Fährtenarbeiten

Da es sich beim um einen sehr lernfreudigen Hund handelt, fällt ihm die Arbeit mit Fährten nicht schwer. Der ist während der Fährtenarbeit absolut selbstständig, dazu noch motiviert und vor allem konzentriert. Da dies durch den Hundeführer nur schwer beeinflusst werden kann, eignet sich diese Rasse besonders gut. Während andere Hunde häufig die Gegenstände meiden oder sich von der Fährte entfernen, weil unter Umständen auch der Hundeführer nicht diszipliniert genug ist, ist der mit Freude dabei. Die Ausbildungstechniken sind sehr unterschiedlich, denn neben Arbeiten komplett ohne Lockmittel gibt es auch die, in denen dem Hund bei jedem Tritt Futter zugesteckt wird. Aber es gibt auch , in denen der Hundeführer überhaupt nicht einwirkt.

Es ist empfehlenswert, bereits im Welpenalter mit der Fährtenarbeit zu beginnen, da auch der Malinois wie die meisten anderen Hunde besonders lernwillig ist. Es ist wichtig, keinerlei Druck während der Ausbildung auszuüben. Über verschiedene Triebe wird dem Hund das so genannte „Fährten“ beigebracht. Über Beute- und Futtertrieb, aber auch über die negative Motivation, d.h. über das Meiden von Gegenständen, werden hervorragende Ergebnisse erzielt. Zwar wird er während der Ausbildung häufig an der Leine geführt, jedoch gibt es auch die Freifährte, bei der der Malinois völlig ohne Fährtenleine laufen kann. Der Hund sollte dabei aber mit konstanter Geschwindigkeit agieren, da der Hundeführer keinen großen Einfluss auf ihn nehmen kann. Er kann sich zwar auf die Stimme seines Führers konzentrieren, deren Einwirken ist jedoch während der Fährtenprüfung untersagt. Der Malinois benötigt während seiner Fährtenausbildung mindestens 100 Übungsfährten, bis er Gegenstände sicher finden kann, wobei es dabei natürlich auch Ausnahmen gibt, die die Übungsdauer betreffen.

 

Während des Fährtenverlaufs wird der Malinois zu Beginn der Ausbildung nah an den Gegenstand bzw. die Fährte geführt und bleibt zusammen mit seinem Hundeführer kurz davor stehen. Durch Befehle wie „Sitz“ oder „Platz“ bringt er ihn in die gewünschte Haltung, hebt die Fährte auf und belohnt seinen Hund durch Worte oder Futter. Aufpassen muss man bei Übungen, in denen das Futter oder auch Spielzeug direkt unter die Fährte gelegt wird. Häufig kommt es vor, dass sich das Tier die Belohnung selbst holt, wenn der Halter nicht schnell genug reagiert. Dem entgegenwirken kann man durch das Stecken der Belohnung in einen Socken oder eine Tüte, so dass der Hund unmöglich an den Inhalt gelangt. Der Hundeführer reagiert somit zwar langsamer, aber genauso effektiv.

 

Wichtiger Bestandteil der Ausbildung ist das Anlegen eines Protokolls für jede Fährtenübung, in dem neben dem Wetter auch der Zeitpunkt der Gegenstandspositionierung, der Fährtenverlauf oder Probleme eingetragen werden. Dadurch erkennt der Hundeführer schnell Schwächen, aber auch Stärken seines Hundes. Auch ist so schnell ersichtlich, wie viele Übungen im andauernden Intervall (z.B. ein Jahr oder ein Monat) gemacht werden müssen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

 

Eine weitere Methode der Fährtenübung ist das Verweisen der Gegenstände in den eigenen vier Wänden bzw. außerhalb der Fährte. Hierbei wird ein Gegenstand an einem beliebigen Ort positioniert und eine mit Futter gefüllte Faust über diesen gehalten. Durch Befehle wird der Malinois in eine beliebige Position gebracht. Durch Kommandos wird er dazu animiert, sich der Faust zu nähern. Befindet er sich am Gegenstand, wird die Faust geöffnet, so dass der Hund an die Belohnung gelangt. Nach und nach wird er den Gegenstand mit seiner Belohnung verbinden und automatisch die gewünschte Haltung einnehmen. Vorteil dieser Übungsmethode ist das Lernen an fremden bzw. beliebig ausgesuchten Orten. Durch diese Methode kann der Malinois, da er schnell lernt, viel öfter mit seinem Hundeführer die Übungen durchgehen. Das Lernziel kann dadurch schneller erreicht werden. Eine interessante Lernmethode ist auch das Anbinden des Hundes. Es wird Futter durch einen Handschuh oder Socken umhüllt und auf einen Gegenstand gelegt. Der Hundeführer macht diesen mit samt der Belohnung für den Hund interessant. Worte und Taten wie das Hochschmeißen des Gegenstandes sind hierbei wichtig. Anschließend nimmt er seinen Hund stramm an die Leine und lässt sich von ihm zum Gegenstand ziehen. Rechtzeitig vor Erreichen dessen bleibt der Hundeführer stehen. Da der Hund jedoch bereits sehr auf den Gegenstand fixiert ist, wird er sich fast automatisch in die Platz-Haltung begeben. Dies ist das Zeichen für den Hundeführer, seinem Hund das Futter als Belohnung zu geben. Während der kompletten Fährtenausbildung sind der Zusammenhalt und die Bindung zwischen Hund und Führer absolut notwendig, um schnell, aber gewissenhaft Erfolge zu erzielen. Besonders der Malinois muss während seines gesamten Lebens aufgrund seiner Art gefordert und zum Mitmachen animiert werden.

About Malinois
Der Webmaster von Malinois schreibt über die Hunderasse Malinois weil er selbst einen Malinois Mischling besitzt und von dieser Rasse begeistert ist.

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